Rasseportrait

Rassestandard

Tibet Terrier sind ausgesprochen anhänglich, verschmust, aber auch fordernd: Ihre Lust am Spiel, ihre kraftvolle Dynamik, die Freude an der Bewegung vereinen Hund und Halter.

Ihr hohes Auffassungsvermögn und ihre Intelligenz, gepaart mit einem Charme sondersgleichen, vermögen ein jedes Herz schnell zum Schmelzen zu bringen…

Daneben sprühen Tibis geradezu vor temperamentvoller Fröhlichkeit! Als Hütehund sind sie gesellig und bestimmend zugleich.

Werden sie gut ausgelastet und fühlen sie sich rundum im „Menschen“- Rudel wohl, spricht für einen Tibet Terrier rein gar nichts dagegen, inmitten von lärmender Umgebung in ekstatischer Gelassenheit das Leben zu genießen bzw. zu dösen, wenn ihm danach ist: Gibt es etwas Schöneres? – Daher sind Tibet Terrier sehr familiengeeignet!

Für mich ist das einzigartige, liebevolle, charmant-verführerische, sonnig-fröhliche, aber auch besonnene und intelligente Wesen des Tibis besonders wichtig.

Mythologie

Die Rasse kommt aus Tibet, wo man an die Reinkarnation glaubt (little people). Tibet Terrier wurden als Glücksbringer verschenkt und niemals verkauft.

Die ursprüngliche Linie wurde in tibetischen Klöstern oder von Zeltnomaden gezüchtet (kleine Hütehunde).

Die Tibeter nennen ihre Tiere nicht Tibet Terrier, sondern „Tibet Apso“, also Tibet Langhaar oder „ganz von Haaren bedeckt“.

Als Wappentier Tibets gilt der Schneelöwe, „sengge“, eine Tierfigur, die auch beiderseits des Hauptes Buddhas dargestellt wird. Sie ähnelt in Darstellungen oft Hunden mit Löwenmähnen, so dass die Legende von „Löwenhunden“ entstand.

Beachtenswert ist, dass der Dalai Lama, geistiges und politisches Oberhaupt Tibets, in seinem Zwinger traditionsgemäß einen weißen Tibet Terrier als „sengge“ hält.

Lamleh

Geschenk aus Dankbarkeit

1922 schenkte eine wohlhabende Tibeterin aus Dank für eine gelungene Operation der englischen Ärztin Dr. Agnes Greig einen Welpen aus ihrem Wurf. Diese Hündin, namens Bunti, kann man als die Urahnin der europäischen Tibet Terrier bezeichnen. Sie hatte zwei Würfe.

Blutlinie der Lamlehs

Der Zwingername von Frau Dr. Greig lautet „of Lamleh“ und stellt zugleich die Bezeichnung der ältesten Linie der Tibet Terrier dar.

Begründerin der Zucht

Mit ihrer zweiten Hündin „Gyantse of Lamleh“ kehrt Frau Dr. Greig 1930, zusammen mit einer Freundin, von Kanpur (Indien) nach England zurück. Als Grundstock der weiteren Zucht führen beide Frauen insgeamt sieben Tibet Terrier mit sich.

Anerkennung als eigenständige Rasse

1930 erkennen die Zuchtrichter in Indien Dr. Greigs Hunde als eigenständige Rasse unter dem irreführenden Namen Tibet Terrier an. Der richtige Name lautet „Tibet Apso“, d. h. Langhaar, wie auch beim tibetischen Rassehund „Lhasa Apso“.

1934 erfolgte die Anerkennung der Tibet Terrier als eigenständige Rasse in England.

Liebhaber der Tibet Terrier

Die Anzahl der Liebhaber und Züchter von Tibet Terriern nimmt international zu. Daher gelangen Hunde aus der Zucht von Frau Dr. Greig erstmals 1937 nach Italien, ab 1939 auch nach Indien, Dänemark und Deutschland.

Ein Grundstock für eine reine Lamleh-Zucht Dr. Greigs gelangt über eine amerikanische Freundin, Frau Alice Murphy, in die USA.

In Amerika entwickelt sich daneben die Zucht von „Show“-Hunden, die ihren Schwerpunkt auf das Aussehen / Schönheit legen (Ausstellungen). Daher erklären sich wohl krasse Unterschiede hinsichtlich Größe, Länge des Haarkleides usw.

(Inhalte in Anlehnung an: Kraßnigg, Adolf, Tibet Terrier, Kynos-Verlag, 1997.)

Lotta (links) mit ihrer Mutter Yuna (rechts)
Schwester (links), Lotta (mittig), Yuna (rechts)